Handgemalte Reproduktionen nach Paul Klee

Expressionismus

Expressionismus

Expressionismus - August Macke - Dame in gruener Jacke

August Macke – Dame in gruener Jacke

Der Expressionismus, eine Kunstrichtung des anfänglichen 20. Jahrhunderts, zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass er sich gegen den Naturalismus wendet und die Künstler dieser Stilrichtung mit kräftigen Farben sowie abstrakter Darstellung versuchen, ihre Regungen, ihre Gefühle, ihre Interpretationen von Motiven zum Ausdruck zu bringen. Expressionismus – vom lateinischen expressiv, was übersetzt „Ausdruck“ bedeutet – zieht sich sowohl durch die Literatur als auch die Musik, die Architektur, den Film und natürlich die Kunst. In letzterer versuchen die Künstler, im Gegensatz zu denen des Impressionismus, die Wirklichkeit sowohl in Form als auch in Farbe nicht wirklichkeitsgetreu wiederzugeben. So entstanden beispielsweise auch die Bilder, auf denen blaue oder gelbe Pferde bei Franz Marc zu sehen sind, sowie Werke von Paul Klee, die in unwirklichen Farben und Formen Motive beinhalten.

Expressionismus - Egger-Lienz - Saemann und Teufel

Egger-Lienz – Sämann und Teufel

Wie aber entstand der Expressionismus? Wie gestaltete er sich weiter und wie ging er zu Ende? Zunächst einmal wurden im Herbst 1905 in Paris neuartige – die Betrachter schockierende – Bilder in bislang ungewohnter Farbgebung gezeigt, deren Maler von einem Kritiker als „Les fauves“ – die wilden Tiere – bezeichnet wurden. Damit hatten die Künstler wegen ihrer als schreiend und grell empfundenen, unrealistischen Farben ihren Namen – die Fauvisten – weg. Zu den Fauvisten, die als Auflehner gegen etablierte Vorstellungen in der Kunst galten, zählten zur damaligen Zeit unter anderem Henri Matisse. Afrikanische Masken und Plastiken wurden teilweise als Motive herangezogen, wie beispielsweise bei Modigliani. Überhaupt inspirierten die Naturvölker die Fauvisten stark, man denke nur an Paul Gauguin und seine Südseebilder.

Expressionismus - Schiele - Vorstadt

Egon Schiele – Vorstadt

Etwa zur gleichen Zeit gründeten in Deutschland – in Dresden – eine Gruppe Architekturstudenten die Künstlergemeinschaft „Die Brücke“. Eines der bekanntesten Gründungsmitglieder war Ernst Ludwig Kirchner. Auch sie stellten sich gegen das Establishment und stellten in ihrer Kunst nicht nur Schönes, Liebe und Leben, sondern auch Hässliches, Tod und Hass dar. Wichtige Vertreter waren Edvard Munch – bekannt durch sein Bild „Der Schrei“ – sowie Emil Nolde.

Expressionismus - Marianne von Werefkin - Rote Stadt

Marianne von Werefkin – Rote Stadt

Aufgrund von Meinungsdifferenzen löste sich die Gruppe der Brücke 1913 dann aber schließlich auf. Beinahe parallel dazu gründete sich die „Neue Künstlervereinigung München“ 1909 unter dem Vorsitz von Wassily Kandinsky und Alexej von Jawlensky, um Kunstausstellungen zu organisieren. Aber auch hier kam es zu Meinungsverschiedenheiten, und Kandinsky erklärte neben seinem Kollegen Franz Marc den Austritt. Gemeinsam riefen sie die Gruppe der Blauen Reiter ins Leben. Der Name entstand durch ihre gemeinsame Vorliebe für die Farbe Blau sowie für Reiter und Pferde. 1912 erschien der Almanach „Der Blaue Reiter“, in dem Beiträge zu Kunst, Literatur und Musik zu finden waren.

Während die Mitglieder der Brücke noch immer ein wenig an der Realität hingen, legten die Blauen Reiter ihren Schwerpunkt auf Gefühle, auf Sehnsüchte und Träume. Kandinsky versuchte zudem eine enge Beziehung zwischen Kunst und Musik herzustellen. Leider ging der Untergang der Blauen Reiter mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges – 1914 – einher.

Expressionismus - Otto Mueller - Zwei Maedchen im Gruenen

Otto Müller – Zwei Mädchen im Grünen

Der Nationalsozialismus erklärte den Expressionismus als „entartete“ Kunst und sprach ihr gegenüber ein Verbot aus.

Expressionismus - van Gogh - Dr Gachet 2

Vincent van Gogh – Dr Gachet 2

Einer der bekanntesten deutschen Expressionisten, die ebenso die Vereinfachung sowie die Verzerrung von Formen und Proportionen sowie die Farben als Bedeutungsträger nutzte, war Paul Klee, der 1879 in der Nähe von Bern geboren wurde. Auch er brachte subjektive Weltansichten in seinen Bildern zum Ausdruck, auch ihm waren seine bildnerischen Aussagen wichtig, auch er arbeitete mit abstrakter Form- und Farbgebung. Neben dem Expressionismus werden seine Werke dem Kubismus, dem Surrealismus sowie dem Konstruktivismus zugeordnet.

Im Jahre 1911 lernte er die beiden Künstler Wassily Kandinsky und August Macke kennen und schloss sich noch im selben Jahr den Blauen Reitern an. Die gemeinsame Reise nach Tunis im April 1914 von Klee, Macke und Moilliet hatte zahlreiche bekannte Aquarelle und Zeichnungen zur Folge. Diese legendäre „Tunisreise“ inspirierte die Künstler auf ganz unterschiedliche Weise durch die einmalige Atmosphäre, das Licht, die Menschen und die Landschaft Afrikas. Paul Klee führte als einziger der drei Künstler Tagebuch. Ihm haben wir zu verdanken, dass wir auch heute noch an dem einmaligen Erlebnis teilhaben können. Besonders das Licht und die Farben in Tunis beeindruckten den Maler sehr, so schrieb er auch: „ Die Farbe hat mich…ich und die Farbe sind eins.“.